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Sonntag, 24. März 2013

Gedanken zum Radfahrverbot in der Maria Theresienstraße





Ist von den 29 Innsbrucker GemeinderätInnen, die letzte Woche gegen heftigen Widerstand von uns Grünen endgültig das Radfahrverbot in der Maria Theresienstraße beschlossen haben,  eigentlich schon jemals jemand auf die Idee gekommen, auf dem Südring ein Autofahrverbot zu verhängen, weil sich manche PKW-FahrerInnen nicht an die 50er Beschränkung halten?
Nein, sind sie nicht. Und warum nicht? Weil die Debatte rund um dieses unsägliche Verbot der klassische Beweis für die Richtigkeit des Satzes „Das Sein bestimmt das Bewusstsein“ ist.
Das Sein der Mehrheit im Gemeinderat ist eben eines, das sich an der Automobilität orientiert. Es ist die Generation der automobil Sozialisierten. Sprich, sie sind groß geworden in einer Zeit, da das Auto den massenhaften Siegeszug in den Städten feierte, und sich die gesamte Stadtplanung am Auto orientiert hat. Es war die Zeit, da nur die autogerechte Stadt als moderne Stadt galt.  Es war die Zeit, da das Auto noch tatsächlich uneingeschränkte Freiheit und Mobilität noch dazu extrem kostengünstig nicht nur suggeriert sondern sogar gewährleistet hat.
Die heutige Realität ist bereits eine andere. Und die Zukunft wird eine noch ganz andere sein.
Es ist jetzt schon Realität, dass das Auto in der Stadt weder Freiheit noch uneingeschränkte Mobilität gewährleistet. Im Gegenteil. Es steht im Stau, es kommt nur stockend voran. Es kostet Zeit. Und vor allem, es gehört mittlerweile zur teuersten Mobilitätsform.
Mittlerweile sind parkende Autos in Wohngebieten ein lästiges Übel für die AnwohnerInnen, mittlerweile wird an allen Fronten gegen die teure Tiefgaragenbausucht gekämpft, die einer der zentralen Kostentreiber im Wohnbau ist und unseren Enkeln in einigen Jahren Kopfzerbrechen bereiten wird. Tiefgaragen, die in 50 Jahren ein ähnlich lästiges Baurelikt sein werden, wie es verordnete Strahlenschutzbunker einst waren.
Die moderne Stadt definiert sich längst über ökologische Mobilitätsformen. Und jene  Städte haben einen Wettbewerbsvorteil, die ein dichtes ÖV-Netz, Radwege, Radleihsysteme, Shared Spaces, usw. anbieten.
Schade, dass immer noch so viele MandatarInnen in der mobilitätspolitischen Vergangenheit schwelgen. Aber wir Grüne werden das ändern – Schritt für Schritt aber ganz gewiss. Denn daran führt kein (Rad)weg vorbei.

Kommentare:

Markus Manuél Emberger hat gesagt…

Entschuldigung, aber es muss jetzt wirklich einmal gesagt werden: Gibt es in Innsbruck nicht bei weitem wichtigere Themen, als ein kurzes Stück Straße, nebenbei eben eine Fußgängerzone, in der die Radfahrer und Radfahrerinnen jetzt halt mal kurz vom Rad absteigen müssen, um dann nach nicht einmal einer Minute des Schiebens wieder flott weiterfahren zu können? Und das, mit dem Vorteil einer wirklichen gefahrlosen Fußgängerzone, für Jung und Alt!

Ist es für die Grünen wirklich ein so großes Ding, dass Sie dieses Thema bis ins Letzte ausschlachten müssen, nur um noch irgendwo Ihre Bestätigung als die „Grüne“ Partei zu wahren? Ist es nicht auch eine fast noch schlimmere Form der Bequemlichkeit, sich über ein- bis zweiminütiges „das Fahrrad schieben müssen“ so vehement zu beklagen, als das von den Grünen oft ach so stark kritisierte Pendeln mit dem Auto und dergleichen?

Und was hat die Problematik rund um den Innsbrucker Verkehr und der Bereitstellung von Parkraum nun genau mit der Sperre eines Teiles der Maria-Theresien-Straße für Fahrräder zu tun, es ist ja nicht so, als wäre hier stattdessen der private Kraftfahrzeugverkehr erlaubt worden!

Sehr schön, sie versuchen rhetorisch zwei voneinander getrennte Themen zu verknüpfen, um den Leser in die Irre zu führen und alle, die nicht Ihrer Meinung waren – bei der Abstimmung – als gedanklich gestrige und Befürworter der Autolawine abzustempeln; wie gesagt, sie versuchen es zumindest und merken dabei nicht, dass sie sich heillos verrennen und damit mittlerweile sogar den eingefleischten Grünwählern und -Wählerinnen gewaltig auf die Nerven gehen!

Kümmern Sie sich doch lieber wieder um die wichtigen Probleme in unserer Stadt, davon gibt es seit der letzten Wahl nämlich komischerweise auch nicht weniger …

CN tower hat gesagt…

Das ist natürlich richtig, dass diese Fußgängerzone nicht das wichtigste thema schlechthin ist.

andererseits denke ich als einfacher bürger:

1. es wurde mit großem tamtam eine fußgängerzone geschaffen, die zur hälfte des jahres für die fisch ist, ein viertel davon zu heiß und ein viertel für die touristische konsumation gedacht ist. auf die ganz banalen bedürfnisse der einheimischen (und der pferdln?) hat man einfach vergessen.

2. am anfang stand fx gruber mit seinem hinweis, die blinden würden von den abgestellten fahrrädern gefährdet. das war eine peinliche tränendrüsenheischende widerlichkeit, die jetzt halt formal fortgesetzt wird.

3. und schließlich gehts wahrscheinlich auch ein bissl um macht. die oppitz verwirklicht offenbar alles, was als dissenz festgeschrieben wurde in der art, wie sie es für richtig erachtet. nehme an, die grassmayr-kreuzung wird auch kommen. und da sollte zumindest ein fall gegeben sein, wo die oppitz im dissenz mit den grünen nachgegeben hat. so eine art politische hygiene-bedarf, nehme ich an.

tragisch ists schieben beileibe nicht, aber halt ein bissl ein symbol.

Michael Bauer hat gesagt…

lieber markus,

als grün-wähler kenn' ich dich nicht unbedingt (kann ja noch werden ;) ), dass manche stadtpolitiker_innen nicht's besseres im sinn haben, als den radler_innen das fahren zu verbieten, verstehe ich allerdings auch nicht.

ich glaube nicht, dass uschi hier jemanden in die irre führt. das radlverbot für sich ist sicher nicht für die nächste feinstaubwarnung verantwortlich - aber es hat sehr wohl symbolwirkung: das zeigen auch die proteste dagegen, die weit über grüne parteigrenzen hinweg getragen werden.

und keine angst - an anderen grünen themen gibt's keinen mangel: siehe www.grueneinnsbruck.at

lg michael

p.s.: einen blogeintrag zu schreiben oder gegen das verbot zu mobilisieren nimmt keinen großen anteil der grünen arbeitsressourcen in anspruch ;)

Markus Manuél Emberger hat gesagt…

@all richtig, ein starkes Symbol ist es! Ein starkes Symbol zum Zufußgehen!

Mir läuft´s ja schon kalt über den Rücken herunter, wenn ich nur daran denk' ;)

LG

Hermann hat gesagt…

ich fahr jeden Tag einen Umweg und dann durch die MariaTheresienstrasse- weil die Anichstrasse wegen der Schienen mit zu gefährlich ist und quer durch Wilten die Ausparkenden Autofahrer/inne mich sonst alle Monat mal zum Abspringen zwingen. Und überhaupt gehts um mehr Platz für Gastgärten in der Strasse und weniger ob Radfahrer/innen irgendwehn gefärden. Innsbruck ist eine Touristen´hure - und es ist gut so.

unwählbar hat gesagt…

Lieber Michael, du hast recht, dass es keinen großen anteil der grünen ressourcen in anspruch nimmt, diesen einen blog zu schreiben. aber wenn man dann auch noch für die presse mit dem radl posieren muss, die vzbgmin mit der polizei goodies verteilt und auch noch im blog schreiben muss, dann ist das schon etwas mehr, was da an ressourcen verbraucht wird. und das ist nur das, was wir in der öffentlichkeit mitbekommen. ich gehe aber davon aus, dass die grünen nicht immer arbeiten, wenn wir es in der öffentlichkeit mitbekommen! Ich denke auch, dass es wichtigeres als ein (auch in meinen augen sinnloses) radverbot in innsbruck gibt, aber das können die grünInnen halt nicht für sich nutzen. sehr vieles, was öffentlich seit der letzten wahl breitgetreten wurde, haben die grünInnen nicht positiv abschliessen können, für mich kein signal von durchsetzungskraft, aber vielleicht ist das ja alles geplant...

CN tower hat gesagt…

naja, zu zeigen, dass es trotz koalition auch themen gibt, wo unterschiedliche auffassungen herrschen, ist zulässig und gescheit.
außerdem gab es ja schon eine abstimmung und die war gegen fahrrad. also ist das neue ergebnis eigentlich kein beinbruch.

nur:
was mich ein bissl stört, sind die vollmundigen ankündigungen:
Die umsetzung des verbotes wird es heuer nicht geben.
Die umsetzung des verbotes wird es heuer wegen der baustelle meranerstraße nicht geben.
Die abstimmung über dieses verbot wird es frühestens wegen der baustelle meranerstraße im sommer geben können.
im märz gibt es sicher keine abstimmung zu dieser frage, weil alle stellungnahmen negativ sind.

und was war: halt ganz anders.

und jetzt heißts: das verbot wird vom ogh gekippt werden.

wenn man sich nicht sicher ist, dann soll halt man ein bissl leiser treten im vorfeld.


Anonym hat gesagt…

In der Tat sind die GegnerInnen des Radfahrens in dem Fall nach Alter, Beschäftigung und Geschlecht eher dem "automobilen" Teil der Bevölkerung affin, von der politischen Grundhaltung einmal abgesehen.
Dass die Räder künftig (außer verboten durchzufahren) durch die Straße geschoben werden, ist kaum zu erwarten, mehrheitlich wird halt der Umweg fahrend weniger Zeit brauchen - und die IVB-Fahrgäste in der Anichstraße und der Museumstraße können sich über die zusätzliche Konkurrenz auf der Straße freuen - oder auch nicht.

Anonym hat gesagt…

Sorry, aber der Titel "Radhauptstadt" von Öster. steht Ibk wohl nicht mehr zu, das haben ja die liebn MandatarInnen der anderen Fraktionen am 21.3. bewiesen; ich würde jedenfalls den Titel aberkennen. Das schmälert ja nicht das Engagement der Grünen, und andere Fraktionen sollen es nicht erwähnen dürfen - denn genau die prahlen noch damit...
G2

 
Uschi Schwarzl - innsbruck.gruene.at