Ja, Peter Schröcksnadel hat Recht, das jahresdurchgängige Betreiben einer Seilbahn, ist nicht immer ein finanzielles Schnäppchen. Ja, und es ist legitim, dass Peter Schröcksnadel als Unternehmer alles daran setzt, das Betriebsergebnis zu erhöhen bzw. das Defizit zu reduzieren.
Nur eines sollte sich Peter Schröcksnadel besser überlegen, sein trotziges „Dann macht es euch selber“ an die Stadt. Sein permanentes Jammern über eine angeblich so schlechte Behandlung in Innsbruck.
Denn eine solche ist weit und breit nicht wahrzunehmen. Im Gegenteil, für uns Grüne zählen Peter Schröcksnadel und seine diversen Unternehmungen in der Stadt eher zu jenen, die in Sachen politischer und finanzieller Unterstützung durch die Stadtführung seit Jahren auf der Butterseite zu liegen scheinen.
Peter Schröcksnadel hat beim Erwerb der Patscherkofelbahn um wenige ATS gewusst, dass der Betrieb der Bahn eher Idealismus abverlangen denn Gewinn abwerfen wird.
Und Herr Peter Schröcksnadel hat oben am Kofel – aus Sentimentalität wie er betont – investiert. Aber eben nicht allein, wie er gerne öffentlich darstellt. Die Stadt hat einer Vereinbarung über das Innsbrucker Schigebiet Patscherkofel entsprechend, wonach die Patscherkofelbahnen Ges.m.b.H. & Co. KG als Betreiberin dieses Schigebietes verschiedene Investitionen im Skigebiet tätigt, im Gegenzug den Speicherteich für eine neue Beschneiungsanlage finanziert. Bei Gesamtinvestitionen von – geschätzt – 7,5 Mio. € für die Attraktivierungsmaßnahmen für das Schigebiet machte der städtische Zuschuss mit 1,5 Mio. Euro somit rund 20 % der Gesamtinvestitionssumme aus.
Dann wäre da auch noch die neue Bergiselschanze, ein weiterer Teil der Unternehmensgruppe des Peter Schröcksnadel. Rund 15 Mio. Euro hat ihr Neubau gekostet, rund 2,6 Mio. war der dazu der Beitrag des Peter Schröcksnadel, der Rest, in diesem Fall der überwiegende Rest von über 80% kam von den öffentlichen Händen – auch von der Stadt Innsbruck.
Und diese ach so böse Stadt Innsbruck war es dann auch, die dann dort oben dem Herrn Peter Schröcksnadel den Erschließungsbeitrag massiv herabgesetzt und für Besichtigungseintritte am Schanzenareal und damit Einnahmen des Herrn Peter Schröcksnadel 2007 die Vergnügungssteuer von ursprünglich 7 % auf 4 % reduziert hat.
Über das durch Grüne Anfragen in den letzten Jahren zutage getretene Nachlaufen der Stadt hinter diversen Zahlungsrückständen am Schicksalsberg ganz zu schweigen.
Und auch die Gastronomie im neuen Tirol Panorama wurde ohne öffentliche Ausschreibung durch das Land an ein Unternehmen des Herrn Peter Schröcksnadel vergeben, das durch Übernahme der Investitionen einen niedrigen jährlichen Pachtzins bezahlt. „Durch diese Vorgangsweise wurde die Wahlmöglichkeit des Landes Tirol jedenfalls erheblich eingeschränkt und es ist de facto vom vorgegebenen Betreiber abhängig,“ so der Landesrechnungshof in seiner letztjährigen Prüfung des Tirol Panoramas.
Wenn Herr Peter Schröcksnadel also in ernsthafte und seriöse Gespräche mit der Stadt über die Zukunft am Patscherkofel eintreten möchte, die ja durchaus möglich sein sollen, dann aber bitte unter geänderten Vorzeichen. Peter Schröcksnadel ist nicht der Gönner der Stadt, sondern ein Unternehmer mit legitimen Interessen, dem eine Stadt mit ebensolchen legitimen öffentlichen Interessen gegenübersteht und die ihm und seinen Unternehmen seit Jahren nach Grüner Sicht ohnehin in überbordendem Ausmaß entgegenkommt.