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Freitag, 20. Mai 2011

Einige (unzulässige???) Gedanken zur Bestellung der neuen Theaterintendanz

Die Suche nach der neuen Intendanz für das Tiroler Landestheater wirft für mich einige Fragen auf.

Das Landestheater ist jener Kulturbetrieb Tirols in den seitens Land und Stadt die jeweils höchsten jährlichen Kulturfinanzierungsbeiträge fließen.

Die Öffentlichkeit hat daher ein Recht auf ein Mindestmaß an Transparenz bei der Auswahl der neuen Leitung, die letztlich auch den inhaltlichen Kurs des Hauses in den nächsten Jahren bestimmen wird. Was übrigens auch für das Theater selbst ein spannender und wichtiger kulturpolitischer Diskurs wäre.

Die gewählte Vorgangsweise lässt dieses Mindestmaß jedenfalls vermissen. Ja ich behaupte sogar, dass „Verwischen von Spuren der Verantwortung“ vielleicht eine ganz gute Beschreibung dessen ist, was da in mir als Gefühl übrig geblieben ist.

Der Öffentlichkeit, ja sogar den politischen Gremien ist weder das Anforderungsprofil, das der Auswahl zugrunde lag, bekannt noch eine Begründung, warum aus über 70 BewerberInnen ausgerechnet Herr Reitmeier ausgewählt wurde.

Bekannt ist lediglich, dass die Findungskommission – von der übrigens auch unbekannt ist, wie sie zustande kam - aus über 70 BewerberInnen 12 zu einem Hearing geladen und daraus der Generalversammlung (sprich den Kulturreferentinnen von Land und Stadt) einen Dreiervorschlag erstattet hat.

Ob es sich dabei um einen gereihten oder ungereihten Dreiervorschlag handelte, ist ebenso unbekannt, wie unbekannt ist, ob sich die Generalversammlung an eine allfällige Reihung durch die Findungskommission gehalten hat oder nicht.

Es ist unbekannt, wie sie ein allfälliges Abweichen von einem allfällig gereihten Dreiervorschlag begründet.

Und es ist unbekannt, warum sie aus einem allfälligen ungereihten Dreiervorschlag Herrn Reitmeier den beiden weiteren Vorschlägen vorgezogen hat.

Nicht, dass ich glaube, dass sich bei einer solchen Entscheidung die ultimative Objektivität finden ließe, aber nachvollziehbar sollte sie allemal sein.

Was vorliegt, ist ein neuer Intendant, den vor zu beurteilen mir fern liegt, aber was völlig fehlt, ist ein Hauch von Begründung, warum die Kommission und die Kulturreferentinnen just ihn 70 anderen vorgezogen haben. Was völlig fehlt ist die transparente ehrliche kulturpolitische Aussage, wohin sich das Landestheater in den nächsten Jahren entwickeln soll. Denn darüber entscheidet letztlich diese Intendantenwahl.

Dass sich um die über 70 BewerberInnen ein Mantel des Schweigens hüllt, um sie zu schützen, ist in gewisser Hinsicht nachvollziehbar.

Aber ist es vermessen, darüber nachzudenken, wie bei der Bestellung von leitenden Positionen für ein mit über 20 Mio. an öffentlichen Geldern finanziertes Kulturunternehmen ein Mindestmaß an Transparenz und Entscheidungsnachvollziehbarkeit erreicht werden könnte?

Ist es unzulässig, darüber zu räsonieren, dass das Lüften von Geheimnissen so weit als möglich auch ein wichtiger breiter kulturpolitischer Denk- und Diskussionsprozess darüber, was das Landestheater ist, was es sein kann, was es sein soll, sein könnte?

Ich würde mir jedenfalls wünschen, die künstlerische Leitung des Landestheater von einem geheimnisumwitterten eigentlich nicht nachvollziehbaren Akt zu einer offen kommunizierten bewussten kulturpolitischen Entscheidung zu machen.

Uschi Schwarzl

1 Kommentar:

Ralf hat gesagt…

Sehr netter Blog weiter so ;)

 
Uschi Schwarzl - innsbruck.gruene.at