www.uschischwarzl.at Link zu den Innsbrucker GRÜNEN Link zu Uschis Facebook-Profil Link zu den Videos der Innsbrucker GRÜNEN Uschis Blogeinträge als RSS-Feed Link zu den Bildern der Innsbrucker GRÜNEN Startseite

Freitag, 20. Mai 2011

Einige (unzulässige???) Gedanken zur Bestellung der neuen Theaterintendanz

Die Suche nach der neuen Intendanz für das Tiroler Landestheater wirft für mich einige Fragen auf.

Das Landestheater ist jener Kulturbetrieb Tirols in den seitens Land und Stadt die jeweils höchsten jährlichen Kulturfinanzierungsbeiträge fließen.

Die Öffentlichkeit hat daher ein Recht auf ein Mindestmaß an Transparenz bei der Auswahl der neuen Leitung, die letztlich auch den inhaltlichen Kurs des Hauses in den nächsten Jahren bestimmen wird. Was übrigens auch für das Theater selbst ein spannender und wichtiger kulturpolitischer Diskurs wäre.

Die gewählte Vorgangsweise lässt dieses Mindestmaß jedenfalls vermissen. Ja ich behaupte sogar, dass „Verwischen von Spuren der Verantwortung“ vielleicht eine ganz gute Beschreibung dessen ist, was da in mir als Gefühl übrig geblieben ist.

Der Öffentlichkeit, ja sogar den politischen Gremien ist weder das Anforderungsprofil, das der Auswahl zugrunde lag, bekannt noch eine Begründung, warum aus über 70 BewerberInnen ausgerechnet Herr Reitmeier ausgewählt wurde.

Bekannt ist lediglich, dass die Findungskommission – von der übrigens auch unbekannt ist, wie sie zustande kam - aus über 70 BewerberInnen 12 zu einem Hearing geladen und daraus der Generalversammlung (sprich den Kulturreferentinnen von Land und Stadt) einen Dreiervorschlag erstattet hat.

Ob es sich dabei um einen gereihten oder ungereihten Dreiervorschlag handelte, ist ebenso unbekannt, wie unbekannt ist, ob sich die Generalversammlung an eine allfällige Reihung durch die Findungskommission gehalten hat oder nicht.

Es ist unbekannt, wie sie ein allfälliges Abweichen von einem allfällig gereihten Dreiervorschlag begründet.

Und es ist unbekannt, warum sie aus einem allfälligen ungereihten Dreiervorschlag Herrn Reitmeier den beiden weiteren Vorschlägen vorgezogen hat.

Nicht, dass ich glaube, dass sich bei einer solchen Entscheidung die ultimative Objektivität finden ließe, aber nachvollziehbar sollte sie allemal sein.

Was vorliegt, ist ein neuer Intendant, den vor zu beurteilen mir fern liegt, aber was völlig fehlt, ist ein Hauch von Begründung, warum die Kommission und die Kulturreferentinnen just ihn 70 anderen vorgezogen haben. Was völlig fehlt ist die transparente ehrliche kulturpolitische Aussage, wohin sich das Landestheater in den nächsten Jahren entwickeln soll. Denn darüber entscheidet letztlich diese Intendantenwahl.

Dass sich um die über 70 BewerberInnen ein Mantel des Schweigens hüllt, um sie zu schützen, ist in gewisser Hinsicht nachvollziehbar.

Aber ist es vermessen, darüber nachzudenken, wie bei der Bestellung von leitenden Positionen für ein mit über 20 Mio. an öffentlichen Geldern finanziertes Kulturunternehmen ein Mindestmaß an Transparenz und Entscheidungsnachvollziehbarkeit erreicht werden könnte?

Ist es unzulässig, darüber zu räsonieren, dass das Lüften von Geheimnissen so weit als möglich auch ein wichtiger breiter kulturpolitischer Denk- und Diskussionsprozess darüber, was das Landestheater ist, was es sein kann, was es sein soll, sein könnte?

Ich würde mir jedenfalls wünschen, die künstlerische Leitung des Landestheater von einem geheimnisumwitterten eigentlich nicht nachvollziehbaren Akt zu einer offen kommunizierten bewussten kulturpolitischen Entscheidung zu machen.

Uschi Schwarzl

Donnerstag, 12. Mai 2011

Nur mehr Mut

Ihr habt heute sicherlich in der TT gelesen, dass Magistratsmitarbeiter gestern dem Stadtsenat Vorschläge für eine Überarbeitung des Parkraumbewirtschaftungskonzeptes in Innsbruck vorgelegt haben. Von Verkleinerung der gebührenpflichtigen Kernzone bei gleichzeitiger Anhebung der Parkgebühr und zeitlicher Ausdehnung der Bewirtschaftung, um auch am Abend und am Samstag den AnrainerInnen das Parken möglich zu machen, bis hin zu Umwandlung aller anderen Zonen in Parkstraßen (0,50.- pro halber Stunde, max. 5.- pro Tag) reichen die Diskussionsvorschläge.

Die Druckerschwärze war noch gar nicht trocken, haben WirtschaftsvertreterInnen schon laut aufgeschrien und auch die politisch Verantwortlichen starten nicht mutig und zukunftsorientiert in die Debatte, sondern schon der erste Satz ist Relativierung".

Ich habe mir daher erlaubt, das kleine Interview, das in der heutigen TT mit SPÖ-Verkehrsstadtrat Ernst Pechlaner geführt wurde, um ein fiktives Interview mit mir zu ergänzen. Die Fiktion ist kursiv gesrieben.

Uschi

Das Innsbrucker Parkraumbewirtschaftungskonzept soll zur Gänze überarbeitet werden. Dem Stadtsenat wurde gestern ein erster Variantenbericht einer eigens eingerichteten Arbeitsgruppe
vorgelegt.
1 Herr Verkehrsstadtrat Pechlaner, welche Ziele verfolgen Sie mit einem neuen Parkraumbewirtschaftungskonzept?

Pechlaner:
Ein Ziel ist die Optimierung des Parkraums. Jeder Innsbrucker soll in unmittelbarer Nähe zu seiner Wohnung einen Parkplatz haben. Das alte Konzept ist überarbeitungswürdig, es braucht jetzt
aber ein Gesamtkonzept und keinen Fleckerlteppich.

Schwarzl:
Mein Ziel ist die Verbesserung des Lebens- und Wirtschaftsraumes. Die Wohngebiete der InnsbruckerInnen sollen von PendlerInnenparkplätzen zu lebenswerten Aufenthaltsräumen werden, in denen, wenn schon, vor allem die AnrainerInnen parken. Das alte Konzept ist überarbeitungswürdig. Es braucht ein Gesamtkonzept, das Menschen und nicht Autos zu den Wirtschaftsbetrieben der Innenstadt bringt. Maria Theresienstraße oder Wiltener Platzl zeigen: Wo sich Menschen gerne aufhalten, wo sie mit Öffi, per Rad und zu Fuß gut hinkommen, dort herrscht Leben und dort klingeln auch die Kassen.


2 Stehen Sie auch hinter der vorgeschlagenen Tariferhöhung in der Kernzone auf einen Euro pro halber Stunde?

Pechlaner:
Was ich mir vorstellen kann, ist eine Valorisierung in Zweijahresschritten. Man kann nicht in einem Schritt das nachholen, was seit zehn Jahren nicht passiert ist. Das Ziel ist hier aber nicht, die Einnahmen der Stadt zu erhöhen.

Schwarzl:
Ja, dazu stehe ich, denn ich will die Parktarife an der Oberfläche teurer und in den Tiefgaragen billiger machen, um Blech nach unten und Leben, Grüngestaltungsmöglichkeiten, Gastgärten, Flaniermeilen nach oben zu bringen.
Und ich will die Öffis stetig attraktiver und billiger machen. Denn Mobilität ist viel viel mehr als Automobilität.

3 Welche Neuerungen können Sie sich persönlich vorstellen?

Pechlaner:
Eine Ausdehnung der Gebührenpflicht bis 21 oder 22 Uhr, aber auch die etappenweise Einführung von Parkstraßen in der Peripherie. Ich bin hier für einen offenen Dialog.

Schwarzl:
Eine zeitliche Ausdehnung der Gebührenpflicht und eine Vergrößerung der Innenstadtkernzone gegenüber dem Beamtenentwurf. Denn zu günstiges Parken zu nahe am Zentrum bringt Blechsalat für die Wohngebiete. Mit dem Ausbau der Regionalbahn sukzessive Parkraumbewirtschaftung im ganzen Stadtgebiet zu Konditionen, die Dauerverparken unmöglich macht.
Und ich wünsche mir PolitikerInnen, die den Mut haben zu sagen: Für die Zukunft der Stadt kann es nur eine Devise geben: So viel Öffi-Rad-Füße wie möglich und so wenig PKW als nötig. Das nützt der Lebensqualität, der Wirtschaft und jedem einzelnen Geldbörsel.
 
Uschi Schwarzl - innsbruck.gruene.at