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Montag, 31. Januar 2011

BIM als Sittenbild Tiroler Kulturpolitik 4

Die Stadt Innsbruck hat gegen die Stimmen der Grünen 3 Mio. für das BIM beschlossen. 1,6 Mio. für das Museum selbst (bereits 2009 und 2010 ausbezahlt) und 1,4 Mio. für den Rundwanderweg Bergisel (2011 und 2012 budgetiert).

Zum Prüfungszeitpunkt durch den Landesrchnungshof hängt der ganze Weg am Nein der Kaiserjägerstiftung und am NEIN der Bergiselbetriebsgesmbh. (Herr Peter Schröcksnadel)

"Die BBG (BergiselbetriebsgesmbH.) nahm ebenfalls eine ablehnende Haltung ein. Sie bestand
auf eine Änderung der geplanten Wegführung, sodass vom Rundwanderweg aus keine Einsichtnahme in das Bergiselstadion möglich ist."

Könnten ihr ja Eintrittsgelder entgehen. Wie schön doch in diesem Land Kulturpolitik und (Sport)macht verbandelt sind.

Uschi

Freitag, 28. Januar 2011

Das BIM als Sittenbild 3

Dritter Auszug aus dem aktuellen Prüfbericht des Landesrechnungshofes in Sachen Bergiselmuseum - BIM:

Entwicklung der Inhalte

Wie bereits in Kapitel „5. Entwicklung des Projektes“ dargestellt, lag
zum Zeitpunkt der Entscheidung über den Bau im Oktober 2006 kein
verbindlich beschlossenes Museumskonzept
vor; gegeben waren
lediglich die inhaltlichen „Eckpunkte“, die auch in der Ausschreibung
für den „baukünstlerischen Wettbewerb“ im August 2006 angeführt
waren:


· Unterbringung des RRG,

· Umbau oder Neubau des bestehenden Restaurants für den
erweiterten Museumsbetrieb,


· Einbindung des KJM in ein gesamtheitliches Museumskonzept
und


· landschaftsplanerische Gestaltung des betroffenen
auf dem Bergisel.

Die grundsätzliche thematische Ausrichtung sowie die Museumskonzeption
durchlief schließlich eine jahrelange Entwicklung.

Der Projektleiter installierte im Herbst 2009 im Auftrag des Landeshauptmannes
und des zuständigen Regierungsmitgliedes einen
„wissenschaftlichen Beirat“, dessen Aufgabe es ist, das Konzept der
Museumsplaner einer kritischen Revision zu unterziehen. Insbesondere
betrifft dies die
Überprüfung der Hypothesen des Konzeptes
auf ihre wissenschaftliche Haltbarkeit:

* Stimmt die Periodisierung der stark komprimierten historischen Aussagen?

* Sind die ausgewählten Exponate repräsentativ für die Aussagen?

* Ist die Gestaltung der „Protagonisten“ (das sind zehn
geschnitzte Holzfiguren) Kitsch?

Stand Oktober 2010

Die endgültige Auswahl sämtlicher Exponate war zum Zeitpunkt
Oktober 2010 vor allem auf Grund ausstehender Vereinbarungen
mit Leihgebern noch nicht abgeschlossen.

Uschi: Und auch jetzt hüllen sich die Macher in beredtes Schweigen.

Uschi

Donnerstag, 27. Januar 2011

Das BIM als Sittenbild Tiroler Kulturpolitik - 2

Der Landesrechnungshof über das Betriebskonzept

In Zusammenhang mit der Kalkulation der Betriebskosten des BIM
und des sich daraus ergebenden Zuschussbedarfes stellt der LRH
fest, dass die im Regierungsbeschluss vom Juli 2007 „proklamierte“
Vorgabe eines kostendeckenden Betriebes bereits zum damaligen
Zeitpunkt als unrealistisch erkennbar gewesen wäre. Eine derartige
Aussage erfordert doch wesentlich präzisere Berechnungen, die der
LRH zwar mehrfach eingefordert hatte, die aber erst später durchgeführt
wurden und zu einem anderen Ergebnis geführt haben.
Tatsache ist jedenfalls, dass sich die kalkulierten Aufwendungen für
den Betrieb des BIM von € 328.000,-- im Juli 2007 auf nunmehr
zwischen € 728.000,-- und maximal € 877.000,-- erhöhen werden.
Daraus ergibt sich ein jährlicher Zuschussbedarf zwischen
€ 450.000,-- und € 650.000,--.

Anmerkung Uschi: ... Beträge, die in anderen wesentlich wertvolleren Bereichen von Kunst und Kultur bitter fehlen werden.
Jede Kulturinitiative, die derart kalkulieren würde, wäre zurecht schon lange aus dem Subventionstopf des Landes rausgeflogen

Uschi

Mittwoch, 26. Januar 2011

Bergiselmuseum-BIM: Prüfbericht des Landesrechnungshofes zeichnet Sittenbild der Tiroler Kulturpolitik

Liebe LeserInnen,

heute wurde der aktuelle Prüfbericht des Landesrechnungshofes zum Bergiselmuseum/Tirolpanorama - ich bleibe bei BIM - im Finanzkontrollausschuss des Landtages behandelt. Damit endet für uns Grüne die Phase der vertraulichen Behandlung.
Da dieser Bericht so viele "Leckerbissen" bietet, die zeigen, wie in diesem Lande VP/SP- Kultur/Planungs/Budgetpolitik gemacht wird, werde ich in den nächsten Tagen immer wieder Themenkompexe aus dem Rechnungshofbericht in meinen Blog stellen.

Erläuterungen braucht es dazu wohl keine. Woe da gewerkelt wurde und wir ist selbtentlarvend und selbstredend.

Ein Sittenbild Tiroler Kulturpolitik schlichtweg:

9.7.2007
Grundsatzbeschluss der Tiroler Landesregierung für die Errichtung
eines neuen Ausstellungsgebäudes am Bergisel samt Begleitmaßnahmen
um 12,73 Mio. €.

Mit Stand August 2010 betragen die zu erwartenden Gesamtkosten
für das Projekt „BIM“ rd. 25,25 Mio. €.


eine Verdoppelung also

Der LRH stellt kritisch fest, dass für eine Wettbewerbsdurchführung (Architekturwettbewerb)
wesentliche Voraussetzungen nicht erfüllt waren. Es fehlten die zivilrechtlichen
Voraussetzungen, z.B. befanden sich die einzubeziehenden
Grundstücke noch nicht im Eigentum des Landes Tirol.
Weiters gab es noch kein Betriebskonzept und damit lag die nach
den Hochbau-Richtlinien geforderte Festlegung der zu erwartenden
Betriebs- und Folgekosten nicht vor.

Folge des fehlenden Betriebskonzeptes
Das fehlende Betriebskonzept führte insbesondere dazu, dass das
RFP (Raum- und Funktionsprogramm) für den baukünstlerischen Wettbewerb zuwenig detaillierte Angaben über den erforderlichen Raumbedarf aufwies. Die Folge
waren mehrfache Umplanungen, die zu einer Erhöhung der Nutzfläche
des letztendlich umgesetzten Projektes um rd. 20 % gegenüber
dem ursprünglichen Siegerprojekt führte.


Fortsetzung folgt

LG Uschi

Samstag, 8. Januar 2011

Tirol braucht einen Schub in Sachen Erinnerungskultur

Seit Jahren versuche ich dagegen anzureden, anzuschreiben, in der Landtagszeit vergeblich auch in Anträge gegossen, dass in diesem Land offizielle Erinnerungskultur reduziert wird auf einen Andreas Hofer- Gedenkkult, seit neuestem etwas aufgepeppt um sogenannte Mythendekonstruktion. Denn diese Erinnerungskultur dient einzig und allein der Hegemonie der tonangebenden Eliten im schwarzen Umfeld dieses Landes. Diese können eine Erweiterung des kollektiven historischen Bewusstseins auch auf dunkle (Täter) zeiten und auf Personen, die auch nach 1945 oftmals noch fester Bestandteil der Landeselite waren, nicht gebrauchen. Trauer, Scham und vor allem Verantwortungsübernahme ist ihre Sache nicht. Doch spätestens der Fund von Todeslisten und Gräbern am Gelände des psychiatrischen Krankenhauses Hall schreit förmlich nach neuer Erinnerungskultur und historischer Bewusstseinserweiterung.
Denn längst geht es nicht mehr nur darum, offiziell zu beteuern, dass die NS-Täter-Geschichte vor Ort erforscht und öffentlich zugänglich gemacht wird, die aktuellen Funde erfordern dringend auch eine Klärung der Frage, was denn das offizielle Tirol nach 45 alles nicht nur verschlafen sondern aktiv dazu beigetragen hat, Wissen, Erinnerung, Akten und Fakten zu verheimlichen, zu verstecken, ja möglichweise sogar zu vernichten.
Alois Schöpf schreibt in seiner heutigen Kolumne in der TT sehr treffend vom "Verdacht, dass Landesregierung, Beamtenschaft und Archivare mit krimineller Energie versucht haben, Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu vertuschen Die Geschichte dieser Vertuschung gehört endlich auch geschrieben". Ich kann mich dieser Forderung nur anschließen und Richtung Landespolitik ergänzen: Herr Landeshauptmann, die Zeit ist reif für mindestens zwei HistorikerInnenkommissionen.

Uschi Schwarzl
 
Uschi Schwarzl - innsbruck.gruene.at