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Mittwoch, 29. Dezember 2010

Städtebau ist mehr als Aneinanderreihung von Architektur(en)

Heute fand sich im Kulturteil der TT ein langes Interview mit Peter Trummer, dem neuen Professor für Städtebau und Raumordnung an der Uni Innsbruck. Bei 2 Passagen dieses interessanten Gespräches über die Megacity der Zukunft bin ich mit Blick auf Innsbruck und die mir vertraute Stadtpolitik hängen geblieben.

Prof Trummer meint da: "... in Österreich gibt es ja gar keinen Städtebau, gibt es nur Architektur. " Und etwas später: " .. das Interessante an den Diskussionen um den Stuttgarter Bahnof ist, dass ein Bürgertum endlich aufsteht und gegen von Politik bzw. Investoren aufgezwungene Prozesse rebelliert. Als kollektives Signal, dass sie nicht wollen, dass ihr kollektives Gedächtnis gerodet wird."
Spannend, finde ich und jedenfalls ein Grund mehr, am Institut für Städtebau wieder mal Vorlesungen zu besuchen.

Ich bin ja schon lange der Meinung, dass bei uns in Innsbruck Städtebau und Stadtentwicklung fehlen. Was wir in den letzten Jahren erlebt haben und erleben und was sich in mit Stolz präsentierten Architekturhochglanzbroschüren findet, ist fast ausschließlich Architektur. Die Stadt entwickelt sich derzeit quasi durch Aneinanderreihung von Architkturprojekten. Die kann man/frau im Einzelfall postiv oder negativ bewerten - darum gehts nicht. Aber langsam wird mir klar, dass das Unbehagen, das mit vielen von ihnen verbunden ist, mit dem Fehlen der Gesamtsicht auf die Stadt zu tun hat. Bestes Beispiel die Platzgestaltungen.
Mir wäre daher bei der geplanten Installierung eines Gestaltungsbeirates für die Stadt dieser städtebauliche Gesamtzusammenhang besonders wichtig. Abgesehen davon, dass ich statt Gestaltungsbeirat lieber von Stadtentwicklungsbeirat sprechen möchte, wäre es mir wichtig, dass dort nicht die Architektur dominiert sondern Grünplanung, Soziologie und Kultur/Kunst gleichberechtigt vertreten sind.

Und was Trummer´s Aussagen zu Stuttgart betrifft, meine ich: Ja, das ist ein schönes Zeichen der Ziviligesellschat an die Politik, sich wieder mehr weg von den Investoren und hin zur Zivilgesellschaft zu wenden.

Vielleicht dann zu all dem mehr, wenn sich eine Debatte entspinnt.

Uschi

Dienstag, 28. Dezember 2010

Innsbruck wieder ein Stück ärmer

hab eben in tt-online gelesen, dass das Gasthaus Innrain seine Pforten schließt. Damit wird Innsbruck wieder ein Stück ärmer. Schade um die kleinen Oasen, die noch nicht von sogenannter Urbanität im Sinne von Privatisierung, Kommerzialisierung, Beton usw. erfasst sind. Sie werden immer weniger.

Uschi

Montag, 20. Dezember 2010

Das Radabstellverbot-Kartenhaus fällt in sich zusammen

wie sicher allen bereits bekannt, hat der Innsbrucker Gemeinderat Mitte Dezember mit großer Mehrheit - allein die Grünen waren dagegen - ein Radabstellverbot in der Fuzo Maria Theresienstraße beschlossen. Auf Antrag des neuen "Hans Dampf in allen Gassen aber nirgendwo wirklich ganz" FX Gruber hat sich die koalitionäre Wohnzimmerpartie (so nennen sie den öffentlichen Raum Maria Theresienstraße nämlich) zu diesem Schildbürgerstreich ab 1. April 2011 hinreissen lassen.

Interessant dabei ist die Begründung, bzw. das Begründungskartenhaus, das langsam in sich zusammen fällt.

Begründung 1 lautete:
Abgestellte und umgeworfene Fahrräder würden das Sehbehindertenleitsystem und somit Sehbehinderte gefährden. Schaut man sich an, wo die Fahrräder stehen - nämlich im Umfeld der Miniabstellplatzgoldständer - und wo das Leitsystem verläuft, dann sind da Welten dazwischen. Und spricht man mit betroffenen Sehbehinderten, so dürften weniger die Räder denn so mancher Gastgarten ein Problem sein. Klar, Räder sollen nicht auf Leitlinien stehen, aber deshalb müssen sie noch lange nicht verboten werden.

Begründung 2 lautete:
Es sei der Wunsch der Kaufleute gewesen. In der heutigen TT hat die Obfrau der Innenstadtkaufleute auch diese Aussage als unhaltbaren Vorwand entlarvt. Sagt ja schon der Hausverstand, dass sich die Kaufleute nicht die eigene Kundschaft - und RadlerInnen sind gute KundInnen - verscheuchen.

Bin gespannt, wann sich die ganze Initiative endlich wirklich als Aprilscherz entpuppt.

Hoffentlich bald.

Jedenfalls hat sich unsere Stadtführung einmal mehr als das entpuppt, was sie ist: Ziemlich provinzielle "Weltstädter", die sich zwar von headquarter ein Apostroph aufs Aug drücken lassen, aber eigentlich nicht ganz verstanden haben, was Stadt ist und sein könnte.

Uschi
 
Uschi Schwarzl - innsbruck.gruene.at