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Mittwoch, 3. November 2010

Liebe FreundInnen!

Was ich vor ca. einer Woche meiner "Basis" und den Medien mitgeteilt habe, möchte ich jetzt auch an dieser Stelle kundtun. Etwas später deshalb, weil ich in dieser Woche versucht habe, mich etwas zurückzunehmen und den PC öfter mal PC sein zu lassen.

Mittlerweile nach vielen Rückmeldungen und Gesprächen habe ich mich in meiner neuen Rolle eigentlich recht gut zurecht gefunden. Ich verspüre ganz neuen Schwung abseits des stets die Vorderste, die Schnellste, die best - Informierte - Sein - Müssens.
Also auch neuer Schwung für meinen Blog - vielleicht gelingt es mir, ihn jetzt wieder öfters mit mir Wichtigem und Neuem zu füllen.

Also denn, hier mein Schreiben an meine Grünen FreundInnen:

Ich werde bei der Gemeinderatswahl 2012 nicht mehr als Spitzenkandidatin zur Verfügung stehen, sondern einen Schritt zurück in die zweite Reihe machen und damit den Innsbrucker Grünen einen Schritt nach vorne in eine neue PolitikerInnengeneration ermöglichen. Das heißt, ich werde bei der Listenerstellung für die kommende Gemeinderatswahl erst ab Platz 3 kandidieren.
Damit mache ich den Weg frei für politisch Jüngere, stehe aber mit meiner 20jährigen Erfahrung weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen. Beratend dort wo gewünscht, anschiebend dort wo nötig, aber vor allem (Frei)Raum gebend dort, wo meine Dominanz nach 20 Jahren möglicherweise politisch Raum eingeengt hat.

Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, sondern ein halbes Jahr darum gerungen.
Mit der politischen Verjüngung bei „Für Innsbruck“ und ÖVP ist die politische Generationenfrage auch bei uns virulent geworden. Lange Zeit war ich noch der Meinung, dass ich mit meiner langjährigen Erfahrung der Gegenpol zu den allseits verjüngten Spitzen sein könnte. Doch über die Monate hat sich in der Bezirkspartei der tendenzielle Wunsch nach einem Generationenwechsel an der Spitze teilweise offen, teilweise versteckt verstärkt. Gerade letzteres hat viel an interner Kraft – nicht nur meiner – gekostet.
Parallel dazu wurde mir immer mehr bewusst, dass 20 Jahre als Galionsfigur in ihrer Ausgesetztheit und dem beständigen Druck einfach Spuren der Müdigkeit und den Wunsch, politisch inhaltlich ohne ständige Exponiertheit zu arbeiten, hinterlassen haben.

Hinzu gesellte sich das Gefühl, dass mir einerseits die politischen KontrahentInnen abhanden gekommen sind, und andererseits die persönliche Nähe zu den neuen jungen PolitkontrahentInnen über die Jahre recht groß geworden ist.

All diese Puzzleteile haben meinen Beschluss reifen lassen, lieber jetzt als zu spät mit einem Schritt zurück einen Schritt nach vorne zu tun. Für die Grünen und für mich und mein Leben nach 50.
Dass ein Schritt zurück mitunter ein Schritt nach vorne sein kann, habe ich ja bereits bei meiner Rückkehr aus dem Landtag und dem Zugewinn auf knapp an die 19% bei der GRW 2006 gezeigt – trotz Euch bekannter widriger Begleitumstände.

Und da es die Innsbrucker Grünen mit mir an der Spitze stets geschafft haben, neue, junge Menschen für eine engagierte politische Arbeit zu gewinnen und sie in kurzer Zeit zu kompetenten und profilierten MandatarInnen werden zu lassen, kann ich mich von der Spitze zurückziehen, ohne ein Vakuum zu hinterlassen. Ich kann den Schritt zurück machen, weil ich weiß, dass KollegInnen aus dem Klub den Schritt nach vorne wagen wollen und können.


Ich glaube, dass ich in den 20 Jahren einiges dazu beigetragen habe, dass diese ein gutes Fundament für ihre Arbeit vorfinden und ich habe gemeinsam mit ihnen aus der 2. Reihe heraus noch ganz viel vor.

Uschi Schwarzl

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

um dich ist schade, du bist eine der wenigen grünen realpolitikerInnen. "alt" (du bist doch noch jung!) hat nix zu tun mit politischer modernität. ich darf da nur an den alten kreisky erinnern, der sicherlich bis jetzt der modernste kanzler der 2. republik war. der konnte sogar granteln und erhielt absolute.
ihr habt viele karrieregeile, aber unwählbare in eueren reihen. ich hoffe nur, dass du nicht wegen denen "freiwillig" zurücktrittst.

Uschi Schwarzl hat gesagt…

lieber werimmerdubist

danke für deine wertschätzenden worte an mich.
nur zur aufklärung:

1. ich trete nicht zurück sondern mache nur einen kleinen schritt zurück in die zweite reihe. ich war 20 jahre am schiffsbug der innsbrucker grünen galionsfigur, die alles abkriegt, alles machen muss, für alles verantwortlich war. jetzt trete ich einfach nicht mehr als spitzenkandidatin an, sehr wohl aber auf platz 3. wenn mich unsere basis dorthin wählt. und da hab ich dann wieder zeit und kraft für die dinge, die mir politisch besonders wichtig sind. die kultur, die umwelt/energiepolitik und die arbeit mit den bürgerInnen.

2. ich bin nicht biologisch alt und fühl mich auch nicht so. ich bin politisch alt. bin seit 20 jahren in der stadtpolitik. habe noch unter niescher und wallnöfer gestartet. mir sind a bisserl die kontrahentInnen abhanden gekommen. kannst das verstehen.

3. ja, es gibt karriereorientierte frauen und mäner bei uns. bei manchen finde ich das auch gut und wichtig. und die möchte ich auch politisch begleiten. in einer neuen rolle, die mir gut tut.

lg uschi

 
Uschi Schwarzl - innsbruck.gruene.at