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Sonntag, 13. Dezember 2009

Von Kunstraum, Bierstindl und offengelegtem Kulturverständnis

liebe LeserInnen, spät aber doch will auch ich ein paar Splitter von der Kulturdebatte am Donnerstag im Gemeinderat zum besten geben. Kollege Martin Hof hat ja schon via Facebook zeitnah berichtet, ich musste aber dort unsere Position vertreten, sprich reden, kämpfen, versuchen Mehrheiten zu bekommen. Daher erst jetzt eine Zusammenfassung. Manchmal ist ja der Abstand kein schlechter Ratgeber.

Gleich eines vorweg. Obwohl die Devise im Gemeinderat gelautet hat "Grün gegen alle", so dürften wir doch ein wenig überzeugend gewesen sein. Denn letztlich hat mein Dringlichkeitsantrag betr. städtische Einmischung in ein Bierstindl-Rettungspaket viel Zustimmung erhalten. Er wurde knapp mit 19:21 abgelehnt. Und das auch nur, nachem Zach 2x die Absitummung hat wiederholen lassen. Denn interessanterweise hat sich VP-Vize. Sprenger auf unsere Seite gestellt, was bei seinen FraktionskollegInnen offenbar zu Verwirrung sprich Unsicherheit angesichts üblicher Kolaitionsräson geführt hat.

Der Ausgangspunkt der donnerstäglichen Kulturdebatte im Gemeinderat war die Beschlussfassung der Dreijahresverträge mit den größeren Kutlrueinrichtungen der Stadt. Bzw. weniger diese Verträge haben zur Debatte geführt als vielmehr die Einrichtungen, die von Zach im Vorfeld aus der Liste gestrichen wurden. Sie nennt das Ziwschenparken der Gelder bis zu ihrer Meinung nach nötigen Klärungen. Kunstraum und Bierstindl sind sozusagen die Geparkten, was Anlass war, die Kulturbudgetdebatte von der freitäglichen Budgetsitzung gleich am konkreten Beispiel vorzuverlegen.

Und die Debatte war entlarvend, sie hat nämlich tiefen Einblick in das Kunst- und Kulturverständnis vor alem der VP-Fraktionen gewährt (die Kulturpolitikerinnen der SPÖ dürfen sich da offenbar nicht zu Wort melden).

Zach mag den künstlerischen Leiter des Kunstraumes nicht. Denn er ist einer, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt und und öffentlich sagt, was Sacheist. Das muss bestraft werden - daher letztes Jahr Kunstraumkürzung um 20%, und wenn die Zeitung (nicht er) meldet, dass er vielleicht einem Ruf anderswohin folgt, dann kommt bürgermeisterliche Freude auf. Und die jenseitige Idee, die Dreijahresförderung für den Kunstraum bis zu Verhandlungen mit der/dem Neuen auszusetzen. Wird sich die Subventionshöhe dann danach richten, ob die/der Neue zu Gesicht steht? Egal, das war jedenfalls ein Ausgangspunkt.
Der 2. war die Streichung des Bierstindl von den Dreijahresverträgen, denn wenn Zach-Freundin Beate Nein sagt, dann muss die Stadt warten, wie die Sache ausgeht. Kurz gesagt.

Ja und in der Debatte haben sich dann interessante Ausblicke aufgetan:

Da war die Rede davon, dass es in Innsbruck ohnehin schon ein Überangebot für die KulturkonsumentInnen gebe - gerade so als ob Kunst und Kutur ihre Existenzberechtigung allein aus der abendlichen Publikumsunterhaltung ableiten würden.

Da wurde genau von jenen, die seitens der Stadt Millionenzuschüsse ins Bergiselmuseum beschlossen haben und damit die museale Darstellung der Tioler Geschichte - einer bestimmten Tiroler Geschichte - verdrei/vervierfachen, im Zusammenhang mit dem drohenden Bierstindl-Aus von notwendigen Synergien geschwafelt.

Da ist man mehrheitlich davon überzeugt, dass ein möglicher Wechsel bei der künstlerischen Leitung einer Kultureinrichtung zum Einfrieren der Subventionen führen muss - so als ob man die Landestheater-Gelder stilllegen würde, wenn die Intendanz neu ausgeschrieben wird, oder als würde jeder Trainer - oder Vorstandswechsel beim FC-Wacker das Aus öffentlicher Geldflüsse bedingen - abstrus, nicht?

Da wurde den Grünen kulturpolitische Starrheit und Unflexibilität vorgeworfen, weil sie sich für das Bierstindl, eben eine (unbewegliche) Immobilie einsetzen. Offenbar war schon lange niemand von denen vor Ort, dann müssten sie nämlich wissen, dass die Zusammensetzung des Bierstindl-Inhaltes, die Mitgliedsvereine, etwas recht flexibles, immer wieder Neuses Beinhaltendes ist.

Da wurde daherräsoniert, man solle doch aufhören zu jammern, sei Frau BMin, seien die Regierungsparteien doch gegenüber der alternatven Szene doch in den letzten Jahren eh so generös, so großzügig gewesen. Das Mäzenatentum des Herzogtums Hidesheim lässt grüßen.

Ja, so ist es halt. Es gibt Situationen, die zu Offenbarungseiden führen. Und das ist gut so. Das Protokoll dieser Gemeinderatssitzung könnte Stoff für weitere Kulturarbeit bieten :-)

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