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Mittwoch, 11. November 2009

Die Tiefgarage als teures Auslaufmodell


Heute und morgen findet im Landhaus ein Wohnbausymposium mit spannenden Vorträgen von ArchitektInnen und BauherrInnen usw. statt. Ich konnte heute Nachmittag dabei sei. Dabei hat sich ein zentraler Kritikpunkt wie ein roter Faden durch Referate und Debatten gezogen. Die Stellplatzverordnung in der Tiroler Bauordnung (Pflicht zur Schaffung von Autoabstellplätzen bei der Wohnraumschaffung), die dann in den Gemeinden mit konkreten Verhältniszahlen (x Stellplätze pro y Wohnungen) umgesetzt wird, ist mittlerweile zu einer unwirtschaftlichen, unsozialen und unökologischen Falle geworden. 256 Tiefgaragenplätze für 115 Wohnungen in einem Oberländer Ort, und das zweigeschoßig machen nicht nur das Wohnen sündteuer, die Förderung dieser Stellplätze durch die Wohnbauförderung ist obendrein Verbraten von Steuergeld, das besser in Nachhatigkeit investiert werden sollte.


In Innsbruck haben wir ein gängiges Verhältnis von 1,3 Stellplätzen pro Wohnung. Wenig im Vergleich zu mancher Landgemeinde, aber meiner Meinung nach immer noch viel zu viel für eine Stadt, die bestens mit Öffis ausgestattet ist. Derzeit kämpfen wir beispielsweise gemeinsam mit den AnrainerInnen darum, dass nicht ein wunderschöner Innenhof im Blocksaggen nach dem anderen dieser Stellplatzverordnung zum Opfer fällt.

Denn die Bauträger wollen durch Aufstockung der Blockrandanlagen und mittels Tiefgaragenbau - noch dazu größer dimensioniert als nötig - ihre Einnahmen steigern.

Opfer sind die Innenhöfe, meist grüne Oasen und Lungen und die Lebensqualität der Menschen.


Für mich gilt jedenfalls: Lieber Lebens-Spiel- und Grünraum als Tiefgaragen ohne Zahl.


Vielleicht gelingt es uns im Verbund mit Bauträgern und ArchitektInnen endlich die Weichen Richtung Nachhaltigkeit und weg von einer Stellplatzverpflichtung, die der sich änderden Mobilität gar nicht mehr gerecht wird, zu stellen.


Uschi

1 Kommentar:

Archi hat gesagt…

Die Stellplatzverordnung der RVS sollte man sich mal genau durchlesen. Die http://de.wikipedia.org/wiki/Richtlinien_und_Vorschriften_f%C3%BCr_den_Stra%C3%9Fenbau sprechen nicht von Mindest- sondern von Maximalstellplatzzahlen (Den stellplatzteil hat auch Prof. Knoflacher mitgestaltet). Die Gemeinden wollen es nur nicht kapieren. Den Aussichtsbehörden ist es auch längst bekannt, nur hoffen sie, dass niemand draufkommt.
Im konkreten Fall (solang man beim Autokauf nicht den Stellplatz nachweisen muss, wie in Japan) finde ich es aber ansich gut, die Autos zu vergraben, anstatt die Stellplätze auf der Straße unterzubringen (wo sie dem ÖPNV den Platz wegnehmen). Die Grüne Oase kann man wieder rekonstruieren und mit Baumschächten können auch große Bäume wachsen. Kostet halt mehr.

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