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Samstag, 23. Mai 2009

Platzgummer - Abgang

ich bin ja nach wie vor bzw. immer mehr davon überzeugt, dass das EURO-Millionen-Loch nur ein woillkommener Anlass war für Platzgummers Rückzug aus der Stadtpolitik. Denn ob der so freiwillig war, werden wohl auch erst die Annalen preisgeben.
Denn der jetzige Zeitpunkt des Rücktritts ist - bei aller Freude, dass mal einer die politische Verantwortung übernimmt - ist schon merkwürdig. Noch ist ja meines Wissens nach unklar, ob die 950.000.- fehlen und wenn, dann wo sie fehlen, geschweige denn, wer das verschuldet hat. Da hätte es nach neuerlicher Prüfung durch Rechnungshof und Kontrollabteilung wohl je nach Ergebnis noch viele Rücktrittszeitpunkte gegeben.

Für mich als intensive Beobachterin, weil jede Woche im Stadtsenat auf engstem Raum mit allen versammelt, lag das politische Ende von Dr. Platzgummer schon länger in der Luft.
Beim Nachgemeinderatsstrahlemann und FI-internen Zach-Nachfolger wurde nämlich relativ schnell klar, dass er zwar ein gute Rathausjurist gewesen ist, politisches Gespür oder gar Talent jedoch kaum vorhanden waren. Dauerlächeln wird schnell zu gefrorenem Grinsen und wer sich als "Aktenschlucker" der Bürgermeisterin, die gar jedes Problem, das ihr zu jurisitisch und zu schwierig war, dem Vize aufgehalst hat, missbrauchen lässt, macht allein zeitlich bedingt Fehler.
Wer obendrein von der Polizei kommend, nicht viel mehr tut, als sich langsam aber beständig eine eigene Polizeitruppe im Magistrat aufzubauen, muss sich die Frage gefallen lassen, obs nicht gscheiter wäre, gleich zur Polizei zurückzukehren.
Auch das parteiische Verhalten in Sachen Agrargemeinschaft Igls, hat Platzgummer eher als Klientelpolitiker denn als möglichen künftigen Bürgermeister gezeigt. Sein Rückzug von diesen Agenden war kein freiwilliger, sondern ein nach einer Stadtsenatssitzungsunterbrechung ihm wohl nahegelegter.

Alles in allem war wohl Frau Bürgermeisterin klar, dass ihr Kronprinz - eigentlich merkwürdige Bezeichnung in einer Demokratie - wohl nicht der geeignete Bürgermeisterkandidat sein wird. Wann, wenn nicht jetzt also war es Zeit, die Reissleine zu ziehen. Ein halbes Jahr vor der Wahl wär eine/n Neuen zu spät gewesen. Das EURO-Millionenloch war da wohl ein geeigneter Zeitpunkt, der dem scheidenden Vize. einen Ausstieg ohne Gesichtsverlust, ja sogar einen allseits annerkannten Ausstieg ermöglicht hat.

meint Uschi

Donnerstag, 21. Mai 2009

Grüne setzen Meilenstein in Innsbrucks SeniorInnenpolitik

Die Begleitung, Betreuung und Pflege unserer älteren MitbürgerInnen ist auch in Innsbruck eine der großen sozialpolitischen Herausforderungen. Seit Jahren dominiert hier in der Stadt der von Vizebm. Sprenger geprägte Weg der ambulanten Dienste auf der einen und der Pflegeheime auf der anderen Seite. Sichtbare bauliche Manifestation in den aktuell neuen 100 - 120 - Betten- Heimen am Tivoli und in Lohbach II (eben in der Fertigstellungsphase). Deluxe-Architektur und ein integriertes Cafe können dort aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei den Heimen Marke Sprenger um recht abgegrenzte, wenig individualisierende und schon gar nicht den vielen neuen Modellen von Wohnformen, die den individuellen Wünschen der Menschen auch im Alter gerecht werden, nachkommende Großheime handelt. Meine Oma hat dazu immer gesagt: "Ein Heim, aber kein Daheim."
Seit Jahren befasst sich ein eigener Gemeinderatsausschuss mit neuen Wohn- und Betreuungsformen im Alter, besucht innovative Einrichtungen anderswo, aber gebaut werden Heime.

Nun wird seit Jahren auch im O-Dorf der Bedarf an SeniorInnenbetreungseinrichtungen angemeldet. Zurecht, wie ich meine.
Dabei ist uns gestern im Stadtsenat durch gute gemeinsame Vorbereitung im grünen Klub und durch gute Argumentation im Stadtsenat ein Meilenstein gelungen. Das ursorünglich geplante Vorhaben, im O-Dorf einfach wieder nur einen ArchitektInnenwettbewerb für ein 100 - 120 - Betten Wohn- und Pflegeheim auszuschreiben wurde auf grüne Anregung hin einstimmig stark modifiziert. Dem ArchitektInnenwettbewerb für eine SeniorInnen-Wohn-und Betreuungseinrichtung (das klingt ja schon ganz anders) muss die Erarbeitung eines entsprechenden inhaltlichen Konzeptes im Daseinsvorsorgeausschuss vorangehen.

Damit ist die Tür auch in Innsbruck einen Spalt breit offen für ein Alt-Werden gut begeitet auf vielfältigen Wegen.

Ich freue mich riesig und hoffe, dass der gestern im Stadtsenat so spürbare Wille nach Veränderung anhält und zu guten Resultaten führt.

Meint Uschi

Donnerstag, 7. Mai 2009

Eine Frage der Wertschätzung

Weils so unglaublich ist, möchte ich euch das nicht vorenthalten. Dieses Schreiben erging vor einiger Zeit von Norbert Pleifer, Treibhaus, an Kulturlandesrätin Beate Palfrader

NORBERT K PLEIFER
treibhaus
angerzellgasse 8
6020 innsbruck

an die
KULTURREFERENTIN der tiroler landesregierung
Dr.BEATE PALFRADER
landhaus
6020 innsbruck

betrifft: gesprächskultursehr geehrte frau kulturreferentin

meine zusammenfassung gleich vorweg:
seit beginn meiner nunmehr 33jährigen kulturarbeit im gebirge hab ich mich noch nie mit einer derartigen ignoranz und verachtung meiner arbeit von politischer seite konfrontiert gesehen. selbst die zeit der betonköpfe im innsbrucker gemeinderat hatte mehr respekt vor unserer arbeit und unseren anliegen. seit september vorigen jahres versuch ich in unregelmäßigen abständen mit Ihnen ins gespräch zu kommen. meine telefonischen ansuchen um einen gesprächstermin wurden regelmäßig quittiert mit der fröhlichen aussicht, demnächst zurückgerufen zu werden. was bis februar 09 nie geschah. als ich dann bei meinen anrufen die rückrufvertröstungen mit gelächter quittiert und ein wenig heftig mein erstaunen geäußert habe, wurde ich aufgefordert, mein anliegen schriftlich per mail vorzulegen."um gut vorbereitet ins gespräch zu gehen". was ich prompt getan habe - dazu einen ausführlicheren brief getippt und das bis dahin aufgeschobene ansuchen für 2009 als beilage gleich dazugepackt:"das ist ein hilferuf aus der angerzellgasse". die briefmarke hab ich gespart und persönlich das konvolut in Ihrem büro für Sie abgegeben. tags darauf wurde ich tatsächich angerufen: die frau landesrat prüfe und werde sich dann umgehend mit uns darüber unterhalten. heute ist der 1.mai bis heute haben wir keine nachricht, wie mit unserem hilferuf von seiten des landes umgegangen wird. bis heute wissen wir nicht, wie unser ansuchen behandelt wird. das jahr 2009 ist im fünften monat es fallen strom und müllrechnungen an reperaturen waren überfällig die rechnungen stapeln sich. seit vier monaten läuft ein wunderbares programm treten künstler aus aller herren länder auf, haben anspruch auf die vereinbarten honrare sind die hotelrechnungen überfällig, mahnt die akm etc.etc
wir machen kulturarbeit am rande der fahrlässigen krida. diese situation ist unerträglich. mein brief an Sie endete: "um den fortbestand des treibhauses willen erbitten wir die erhöhung der subvention des landes tirol ....anders ist das treibhaus nicht mehr lebensfähig ohne in kommerzielle abgründe zu schlittern, für die wir alle, die seit jahren und mit viel freude hier arbeiten, nicht zu haben sind."keine antwort darauf zu erhalten ist auch eine.PS: wissen Sie überhaupt, wo das treibhaus ist?
ein kleiner tip: das treibhaus ist nicht das gewächshaus drunten beim hofgarten sondern jenes kulturzentrum am rande des volksgartens, das seit 1981 versucht, ein bisschen farbe in den grauen alltag der granitblöcke und kalkkögel zu bringen. why my guitar gently weeps: enttäuscht und ein wenig zornig
norbert k. pleifer
treibhaus

und weil Frau Landesrätin Palfrader auch auf diesen Hilferuf bis jetzt nicht geantwortet hat, habe ich - uschi schwarzl - mir erlaubt, stellvertretend für sie zu antworten:

sehr geehrter herr pleifer,

sie müssen schon einsehen, dass der herr andreas hofer und das denkmal für seinen gegenwärtigen nachfolger derzeit einfach alle kräfte binden. mein einsatz gilt entsprechend der bedeutung dieses vorhabens und der tradition unseres schönen landes täglichen schützengedenkaufmärschen, strahlenden kinderaugen, die unseren hofer im unterricht besingen, bereden, begreifen, beturnen, all meine gedanken kreisen um ein tirol als behauptung, in dem geschichte zukunft trifft, wo tausend dinge in 100 vitrinen innen und außen verschmelzen, sodass das tirol, das in dir steckt, bei einem festumzug, um den sich ein dreitägiges stadtfest rankt, geschmückt von einer rose mit tausend dornenkronen, vom prolog zum epilog die besucher absorbiert. eben - genau.

wo kämen wir also hin, wenn wir uns angesichts der bedeutung der geschilderten herausforderungen mit derartigen nebensächlichkeiten, wie sie die fälligen müllgebühren eines treibhauses darstellen - das kann ja wohl eh nur biomüll sein, also machts halt an komposthaufen - nicht auseinandersetzen können.

die visualisierung von quantitativen verhältnissen durch visualisierte tabellen und narrative graphiken zu bewegungen und operationen des treibhauses reichen mir aus, um mir bis spätestens 21.9.09 ein panorama zu machen und meine subventionäre entscheidung vom eduard wallnöfer platz in die angerzellgasse zu translozieren.

an diesem tag wird sich die distanz zum geschehen auf null verringern - das wird wohl früh genug sein - oder?

ihre b. p.
 
Uschi Schwarzl - innsbruck.gruene.at