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Freitag, 14. November 2008

Angekündigte Koordination in Hötting West - Spät aber doch

Gestern, im Zuge der behördlichen Genehmigung der Bodenaushubdeponie im Westen, will der Baudirektor mit der Koordination diverser Projekte im Westen der Stadt beginnen. Reichlich spät, wie wir Grüne meinen.
Seit Jahren engagieren sich im Stadtteil Hötting-West BürgerInnen und Naturschutzorganisationen für einige der letzten verbliebenen Naturjuwele in der Stadt. Dabei geht es einerseits um den Lohbach, der seit Zerstörung seiner ursprünglichen Quelle in den 70er Jahren in seinem östlichen Verlauf ab der HS Hötting-West über eine Grundwasserpumpe ganzjährig mit Wasser versorgt wird. Im Frühjahr 2008 stand aus Kostengründen beinahe die Einstellung diese Pumpbetriebes zur Debatte. Rechtzeitiger Protest der engagierten BürgerInnen und der Grünen konnte dies verhindern und bildete zugleich den Startschuss dafür, dass die Revitalisierung des Lohbachs und seiner Quelle im Westen endlich angegangen werden sollte. StR Peer wollte dazu die Federführung übernehmen.
Andererseits gibt es in Hötting-West alljährlich ein einzigartiges Naturschauspiel. Hunderte an den Hängen der Nordkette lebende Erdkröten wandern zum Laichen zu einem bei der technischen Universität zu Studienzwecken angelegten Biotop. Mit dem Bau von Wohnen am Lohbach I und der Westspange, die den Wanderweg der Erdkröten unterbrochen hat, wurde eine eigene Unterführung angelegt und die Erdkröten mittels eigener Amphibienzäune dorthin geleitet, um sie gefahrlos zu ihrem Laichgewässer zu lotsen, bzw. die Jungtiere gefahrlos wieder den Norden erreichen zu lassen. Dadurch ist die Krötenpopulation lange Zeit stabil geblieben.

Mit dem Bau von Wohnen am Lohbach II wurde ein neuer Tunnel errichtet. Da die Leitungen an dieser Stelle relativ tief liegen, taucht der Tunnel zumindest über einige Monate im Jahr in den Grundwasserspiegel ein. Damit ist diese Transitstrecke nicht nur zwischen Mai und August unterbrochen, sie kann auch eine unterirdische Todesfalle für die Kröten sein, da die Kröten als Lungenatmer und die Jungkröten als noch dazu schlechte Schwimmer darin ertrinken.

Als einzig sinnvoller Weg, die Krötenpopulation und damit die Artenvielfalt in unserer Stadt zu erhalten, hat sich daher die Anlage eines Ersatzgewässers nördlich des Lohbaches im Westen des Naturspielparks erwiesen. Die Grünen haben im Jänner 2008 die Anlage dieses Teiches beantragt, der Gemeinderat hat dieses Anliegen wohlwollend dem Stadtsenat zugeleitet, der bis heute keine Entscheidung getroffen hat.

In Beantwortung einer Grünen Anfrage im Mai 08, teilte Vizebürgermeister Sprenger mit, dass ein Fachplaner beauftragt sei, die Umweltanwaltschaft die finanzielle Unterstützung zugesagt habe, jedoch noch ein naturschutzrechtliches Verfahren abgewartet werden müsse. StR Peer seinerseits betonte, dass ihm im Zuge der Sanierung der Aufschüttungen beim Harterhof die Lohbachgesamtkonzeption sprich – Revitalisierung ein großes Anliegen sei.
Nachfragen der Grünen haben ergeben, dass es seit Sommer 2008 ein fertiges Projekt samt Finanzierungsvorschlag für diesen dringend notwendigen Teich gibt, jedoch die Zustimmung des Grundstückseigentümers (der westliche Teil des Lohbachspielplatzes ist von der Stadt nur gepachtet) fehle.

Wenn die Baudirektion jetzt zum Schluss kommt, dass endlich Koordination all dieser Projekte angesagt sei (es kommt ja auch noch die schon lange vorliegende Radwegplanung dazu), dann ist das zwar reichlich spät, aber vielleicht doch endlich ein Signal dafür, dass die dringend anstehenden Projekte endlich realisiert werden können.

Denn vor allem der Amphibienteich sollte dringend noch heuer vor dem Frost gebaut und die entsprechenden Amphibienzäune errichtet werden, damit die Erdkröten im kommenden Frühjahr zu ihrem neuen Laichgewässer geleitet werden können (sie wandern normalerweise dorthin, wo sie geschlüpft sind). Denn mit jedem Jahr einer fehlenden Lösung schrumpft diese einzigartige Population.


Ich kann nur hoffen und fordern, dass das für heute einberufene Koordinationsgespräch nicht zu neuerlichen Verzögerungen führt, sondern den anstehenden Naturschutzprojekten im Westen der Stadt endlich einen Schub verleiht.

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Uschi Schwarzl - innsbruck.gruene.at