www.uschischwarzl.at Link zu den Innsbrucker GRÜNEN Link zu Uschis Facebook-Profil Link zu den Videos der Innsbrucker GRÜNEN Uschis Blogeinträge als RSS-Feed Link zu den Bildern der Innsbrucker GRÜNEN Startseite

Samstag, 22. November 2008

PA GRÜNE kritisieren Kunstraum-Kürzung

"Kulturpolitik sieht anders aus"

Heftige Kritik an der 20%igen Kürzung des Innsbrucker Kunstraums kommt nach der gestrigen Gemeinderatssitzung erneut von Grünstadträtin Uschi Schwarzl. "Wenn Frau Bürgermeisterin einerseits davon spricht, dass Dreijahresverträge Kulturarbeit planbar machen sollen, dann jedoch mit der erfolgten Kürzung mitten in der Vertragslaufzeit genau diese Planbarkeit außer Kraft setzt, dann werden Grundsätze sinnvoller Kulturpolitik ganz einfach ad absurdum geführt", äußert die GRÜNE Stadträtin Uschi Schwarzl einmal mehr Unverständnis über diese Vorgangsweise.

Und das sei nicht der einzige Grundsatz gewesen, der gestern von Frau Bürgermeisterin - brav assistiert von der Gemeinderatsmehrheit - über Bord geworfen wurde. "So hat es Frau Bürgermeisterin nämlich auch verabsäumt, sich über die tatsächlichen Budgetzahlen des Kunstraumes zu informieren - wohl eine Voraussetzung für jede Kürzungsüberlegung", kritisiert Schwarzl, "des weiteren hat sie es verabsäumt, mit dem Kunstraum über ihr Kürzungsvorhaben in einen rechtzeitigen informative Dialog zu treten. Auch das wäre das Mindeste gewesen, was man sich erwarten hätte können."

Und der wichtigste Grundsatz sinnvoller Kulturpolitik, nämlich Entscheidungen zu begründen, sei ebenfalls außen vor geblieben. "Das Herstellen von Relationen zwischen nicht vergleichbaren Institutionen, ist nämlich keine Begründung sondern Abgeben von Verantwortung", so Schwarzl. Auch der SPÖ sei einmal mehr ins kulturpolitische Stammbuch geschrieben: "Sich zwar verbal für den Kunstraum ins Zeug zu legen, sich dann jedoch postwendend beim GRÜNEN Abänderungsantrag der Stimme zu enthalten, ist bestenfalls Koalitionsräson, aber nicht ernstzunehmende Kulturpolitik."

Freitag, 21. November 2008

Kunstraum-Kürzung im Gemeinderat vom 20.11.2008

Gestern lag dem Gemeinderat die Abstimmung über die Gewährung der Beträge an jene Kultureinrichtungen der Stadt vor, die im Rahmen von Dreijahresverträgen subventioniert werden.
Wie der Aufstellung zu entnehmen war, ist vorgesehen, den Kunstraum für das Jahr 2009 um 20% von 130.000.- auf 104.000.- zu kürzen.

Rechtlich ist das möglich, beinhaltet die 3-jährige Fördervereinbarung doch den Passus, dass sie sich auf die Jahre 2007 bis 2009 bezieht und für 2007 generell 100% des Betrages vorgesehen sind und für die Jahre 2008 und 2009 jeweils 80% des Förderbetrages von 2007. „Eine allfällige Aufzahlung auf 100% des im Jahr 2007 geleisteten Förderbetrages für die Jahre 2008 und 2009 ist von der künftigen finanziellen Situation der Stadt abhängig und für diese Jahre neu auszuverhandeln.“

Was rechtlich möglich ist, muss nicht automatisch politisch sinnvoll sein.

Ich behaupte, es ist kulturpolitisch falsch und von der Vorgangsweise her nicht ok.

Dem Kulturausschuss vom 30.10.08 lag die Liste nur als Tischvorlage vor. Überrascht von der Kürzung des Kunstraumes, habe ich nach der Begründung gefragt.

Frau BMin konnte aus Termingründen nicht teilnehmen, weshalb die Antwort durch den KKulturamtsleiter erfolgte.
Seine erste Antwort lautete, weil das so mit Frau BMin abgesprochen wurde.
Ich habe dann nachgefragt, welche Begründung dieser Absprache mit Frau BMin zugrunde liegt.
Antwort: Die Relationen – z.B. zur Tiroler Künstlerschaft stimme nicht, die würden nämlich nur 20.000.- von der Stadt bekommen.

2) Ich habe daher im gestrigen Gemeinderat versucht, diesen kulturpolitisch fatalen Schritt nicht zu tun. Warum:

a) Der Kunstraum wurde 2003 noch mit 145.000.- von der Stadt subventioniert, dann auf 138.000.- und zwischen 2006 und 2007 von 138.000.- auf 130.000.- gekürzt, und soll jetzt erneut um 20% auf 104.000.- gekürzt werden.
b) Das alles ohne dass es seitens der Stadt vorher eine Warnung geschweige denn ein Infogespräch und zwar ein beiderseitiges gegeben hätte. Auch wenn lt. Fördervereinbarung generell nur 80% der Basis 2007 vorgesehen ist, so wurde allen Partnern der Fördervereinbarung 2007 und 2008 100% gewährt. Ein überfallsartige Kürzung war daher nicht absehbar und hat natürlich Auswirkungen, weil Kulturarbeit, die Verpflichtung von KünstlerInnen längerfristigerer Planung bedarf.
c) Weil die Stadt Innsbruck damit den langjährigen Wunsch der BM-Fraktion FI nach einem Kunsthaus, einer Kunsthalle eigentlich zu Grabe trägt. Denn die Subventionierung des Kunstraumes durch einen im Vergleich zu den anderen Gebietskörperschaften relativ hohen Betrag hat nämlich damit zu tun, dass die BM-Fraktion und der Gemeinderat im Kunstraum immer einen Vorläufer für ein Kunsthaus gesehen haben. Und das ist auch gut so. Denn man mag vom van Staaschen Kunsthaus mit seiner Verquickung mit der Klockerstiftung, deren Bestand bis heute nicht evaluiert ist, halten was man mag, der Kunstraum deckt in Innsbruck gemeinsam mit der Landesgalerie im Taxispalais eine Lücke internationaler zeitgenössischer Kunstpräsentation, ab. Bregenz hat dafür sein Kunsthaus am See, Bozen hat dafür das Museion, Linz das Lentos und mehr noch das OK (offenes Kulturhaus). Die Arbeit, die der Innsbrucker Kunstraum leistet, erntet offenbar im Ausland mehr Anerkennung als bei der Innsbrucker Stadtpolitik selbst.
d) Dabei hat die budgetäre Situation des KR im Jahr 2008 bereits seinen Tiefpunkt erreicht. 2008 erheilt er von allen drei gebietskörperschaften die niedrigste Subventionssumme seit Bestehen. Nur durch Sponsoren, Katalogeinnahme und vor allem eine von einem Künstler zur Verfügung gestellte Edition konnte die unbedingt notwendige Einnahmenhöhe werden, die für die Präsentation int. zeitgenössischer Positionen, die überwiegend hier vor Ort für den Kunstraum produziert und hergestellt werden notwendig ist. Aber es kann doch nicht wirklich der Wille der Stadt Innsbruck sein, dass mittelfristig die KünstlerInnen selber die Ausstellungsorte der Stadt finanzieren.
e) Notwendig wäre seitens der Stadt nicht eine Kürzung um 20% sondern eigentlich eine Aufstockung um rund 20% auf 150.000.- - meiner Meinung nach eine Verhandlungsbasis für die nächstes Jahr anstehenden neuen Verhandlungen der 3-Jahres-Verträge. Das müsste meiner Meinung nach der Stadt ihre einzige nicht kommerzielle zeitgen. Galerie, die gemeinsam mit der Taxisgalerie des Landes den InnsbruckerInnen doch einen recht vielfältigen und repräsentativen Querschnitt durch die intern. zeitgen. Kunstlandschaft bietet, wert sein.
f) Die Folge der städtischen Kürzung wird wohl oder übel eine Reduktion des Programms sein. Für manche inder Stadtführung offenbar kein Problem.
g) Aber kann es unser Ziel sein, „in Zeiten wie diesen“, wie Frau BMin derzeit gerne formuliert, Kunstprogramme zu reduzieren? Käme es nicht unserem Selbstverständnis als Kulturstadt viel mehr nach, wenn wir uns eine Ausweitung des Programms des Kunstraumes wünschen und ihn dementsprechend anerkennen und finanzieren würden?
h) Ich würde meinen ja. Und die Finanzkrise lasse ich nicht gelten. Ich weiß, andere Städte stocken gerade wegen der Krise ihre Kulturbudgets auf, weil sie wissen, wie wichtig Kultur in Zeiten wie diesen ist, und weil sie in der Kunst/Kultur – dem sogen. Kreativsektor auch Arbeitsplätze sehen.

i) Damit letzter Punkt – das ist die Art und Weise:

· Ohne Info und Gespräche
· Argument der Realtionen. Wenn man schon behauptet, die Relationen zwischen Kunstraum und Künstlerschaft würden nicht stimmen, lässt das 2 Schlüsse zu. Nämlich den einen, dass der Kunstraum gekürzt werden muss, oder jenen – meinen – dass die Künstlerschaft erhöht werden muss.
· Außerdem halte ich das Spiel mit den Relationen zwischen den 10 Kultureinrichtungen mit 3-Jahre´s-Verträgen für völlig daneben:
Das sind ganz unterschiedliche Einrichtungen mit ganz unterschiedlichen Aufgaben und Einnahmen-Ausgaben-Situationen. Alle 10 zusammen erhalten in den Jahren 2008 und 2009 rund 440.000.- Und das für ihren ganzjährigen Betrieb.

Wenn schon die Relationen als Argument herangezogen werden, dann bitte dort,wosiezurecht herzustellensindund nicht zwischen jenen Einrichtungen, die beiknappen Mitteln in ohnehin erstaunlicher Art und Weise das vielfältige Kulturleben in der Stadt prägen, gegeneinander ausspielen.

Dann bitte, wenn von Relationen die Rede ist, ganz woanders nachschlagen. Z.B. im aktuellen Rechnungshofbericht zu den Innsbrucker Festwochen.
Da wird ein Opernabend – wohlgemerkt nicht eine Opernproduktion sondern ein Opernabend -mit 200.000.- subventioniert, da werden hohe Auslastungszahlen über hohe vom LRH kritisierte Freikartenvergaben erzielt, da gibt es etliche Ungereimtheiten in Spesengestion – ganz zu schweigen von der dringend notwendigen inhaltlichen Klärung.

Ich habe daher beantragt, die geplante Kürzung nicht vorzuehmen. Leider umsonst. Die Grünen bleiben mit dieser Meinung alleine. Sogar die SPÖ hat sich nur der Stimme enthalten. Ein koalitinstreuer aber kein kulturpolitisch mutiger Schritt.

Uschi Schwarzl

Mittwoch, 19. November 2008

PA BauträgerInnenwettbewerb für Eugenkaserne

Schwarzl: "Bisherige Vorgehensweise wird dem Projekt nicht gerecht"


In der morgigen Gemeinderatssitzung soll der Kauf eines Grundstücks im Bereich der Eugenkaserne beschlossen werden und eine Auslobung zwecks Umsetzung eines sozialen Wohnbauprojektes, in dem zuerst die TeilnehmerInnen der Olympischen Jugendspiele 2012 untergebracht werden sollen, vorzunehmen. "Mit einem Zusatzantrag wollen wir die Auslobung in Form eines BauträgerInnenwettbewerbs erreichen", fordert die GRÜNE Stadträtin Uschi Schwarzl von der bisher üblichen Vorgangsweise der Stadt abzugehen, einzelne gemeinnützige Bauträger auszusuchen und diese lediglich zu einem Architekturwettbewerb zu verpflichten. "Das wird den Anforderungen dieses Projekts nicht gerecht", ist Schwarzl überzeugt.


Die mögliche Vorabnutzung der geplanten neuen Wohnanlage im Rahmen der YOG 2012 bedinge nicht nur eine relativ rasche Planungs- und Bauabwicklung, sie präjudiziere die geplante künftige Wohnanlage auch als solche mit hoher Singlenutzung. Das entspreche durchaus dem Bedarf an Wohnungen für Alleinstehende: "Rund 43% der bei der Stadt Innsbruck vorgemerkten Wohnungssuchenden sind alleinstehende WohnungswerberInnen. Die dadurch entstehende hohe Dichte von Personen in dieser Wohnanlage erfordert aber innovative Überlegungen hinsichtlich Wohnungsgestaltung, Wohnformen und Zusammenleben", so Schwarzl.


Die Auslobung in Form eines BauträgerInnenwettbewerbs könnten, so Schwarzl, brächte mehrere Vorteile. "Neben der Suche nach hoher architektonischer Qualität, qualitätsvoller Außenraumgestaltung, energieeffizienten Lösungen und niedrigem Miet- und Preisniveau kann auch die Suche nach neuen, innovativen Wohnformen für Alleinstehende, sowie die Suche nach räumlichen und prozessorientierten Lösungen für das Zusammenleben in der neuen Wohnanlage gefunden werden."

Freitag, 14. November 2008

PA Neue Wege für die Innsbrucker Kulturpolitik

Schwarzl: Neues Haus der Musik Stadtentwicklungschance


"Die Innsbrucker GRÜNEN nehmen die Diskussionen und Ergebnisse der Arbeitskonferenzen von städtischem Kulturausschuss und bættlegroup for art sehr ernst und versuchen im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die Anliegen der freien Kulturszene zu unterstützen", meldet sich die GRÜNE Stadträtin Uschi Schwarzl zu Wort, "so auch in der so wichtigen Raumfrage, die angesichts von der Stadtführung forcierter Projekte jedenfalls berücksichtigt werden soll."


Das geplante Haus der Musik könne an diesem prominenten städtischen Ort eine große Stadtentwicklungschance sein, so Schwarzl, "aber nur dann, wenn es ein offener, flexibler und die Bedürfnisse und das Know-How der freien Szene einbindender Kulturraum wird. Hier können in Planung und Nutzung ganz neue Wege beschritten werden, die für Innsbruck eine große Chance wären."


Wie wichtig diese neuen Wege sind, zeige das traurige Beispiel Bergiselmuseum. Die inhaltliche Planung im stillen Kämmerlein unter völligem Ausschluss jeglicher Öffentlichkeit - sogar jeglicher qualifizierten Öffentlichkeit - habe dazu geführt, "dass die Landesregierung an einem Museum werkelt, das keiner will", hält Schwarzl fest.


Die GRÜNE Kultursprecherin StRin Uschi Schwarzl hat daher für die kommende Gemeinderatssitzung folgende dringliche Anfrage an Bürgermeisterin und Kulturreferentin Zach vorbereitet:


Um der Finanz- und Wirtschaftskrise gegenzusteuern, hat Frau Bürgermeisterin die Vorziehung bestimmter Infrastrukturprojekte wie das "Haus der Musik" angekündigt.


Da inhaltlich über dieses vorgezogene Projekt nach wie vor nichts bekannt ist, Frau Bürgermeisterin jedoch mehrfach betont hat, dass es sich dabei um ein Haus mit möglichst breiter Nutzung und nicht um einen "Elfenbeinturm" handeln soll, möge Frau Bürgermeisterin folgende dringlichen Fragen beantworten:


  1. Wie ist der aktuelle Planungsstand für das Haus der Musik am Standort der Stadtsäle hinsichtlich der inhaltlichen Ausrichtung und Nutzung?
  2. Welche über die Nutzung durch das Orchester hinausgehenden Nutzungen sind angedacht?
  3. Wer arbeitet derzeit am inhaltlichen Konzept für dieses Haus?
  4. Bei der letzten Arbeitskonferenz Kulturausschuss – baettlegroup for art am 24.9.08 war das Thema "Raumnutzungsbedingungen und Raumnot für Veranstaltungen und Projekte der freien Kulturszene" Diskussionsgegenstand. Dabei wurde einerseits auf den Bedarf nach off-spaces (flexible Räume der Produktion und Präsentation, Lagerräume und Werkstätten für die freie Szene, vor allem für Theatergruppen aber auch größenmäßig gut bespielbare Konzerträume) hingewiesen, und andererseits auch das dringende Bedürfnis der freien Szene Innsbruck formuliert, frühzeitig bei der Planung städtischer Infrastruktur für Kunst und Kultur eingebunden zu sein. Ist diese Einbindung der freien Szene bereits erfolgt? Wenn ja in welcher Form, bzw. wann und in welcher Form soll sie erfolgen, zumal diese Einbindung einerseits ein wichtiger Know How – Gewinn wäre und andererseits den Vorstellungen von Frau Bürgermeisterin von einer breiten Nutzung durchaus entsprechen würde?
  5. Wenn - hoffentlich - eine Mehrfachnutzung bzw. eine sehr offene (öffentliche) Nutzung angedacht ist, welche Vorstellungen gibt es hinsichtlich Struktur, Leitung bzw. Koordination des Hauses der Musik?
  6. Gibt es bereits räumliche Vorstellungen bzw. eine Art Masterplan für das Haus der Musik und wie sieht dieser aus?
  7. Liegt der Planung für das Haus der Musik eine langfristige Strategie betreffend die Entwicklung von Kultur und Kulturräumen in der Stadt zugrunde, und wie sieht diese aus?
  8. Wie sieht der Zeitplan für Planung, Architekturwettbewerb und Realisierung des Hauses der Musik aus?

Angekündigte Koordination in Hötting West - Spät aber doch

Gestern, im Zuge der behördlichen Genehmigung der Bodenaushubdeponie im Westen, will der Baudirektor mit der Koordination diverser Projekte im Westen der Stadt beginnen. Reichlich spät, wie wir Grüne meinen.
Seit Jahren engagieren sich im Stadtteil Hötting-West BürgerInnen und Naturschutzorganisationen für einige der letzten verbliebenen Naturjuwele in der Stadt. Dabei geht es einerseits um den Lohbach, der seit Zerstörung seiner ursprünglichen Quelle in den 70er Jahren in seinem östlichen Verlauf ab der HS Hötting-West über eine Grundwasserpumpe ganzjährig mit Wasser versorgt wird. Im Frühjahr 2008 stand aus Kostengründen beinahe die Einstellung diese Pumpbetriebes zur Debatte. Rechtzeitiger Protest der engagierten BürgerInnen und der Grünen konnte dies verhindern und bildete zugleich den Startschuss dafür, dass die Revitalisierung des Lohbachs und seiner Quelle im Westen endlich angegangen werden sollte. StR Peer wollte dazu die Federführung übernehmen.
Andererseits gibt es in Hötting-West alljährlich ein einzigartiges Naturschauspiel. Hunderte an den Hängen der Nordkette lebende Erdkröten wandern zum Laichen zu einem bei der technischen Universität zu Studienzwecken angelegten Biotop. Mit dem Bau von Wohnen am Lohbach I und der Westspange, die den Wanderweg der Erdkröten unterbrochen hat, wurde eine eigene Unterführung angelegt und die Erdkröten mittels eigener Amphibienzäune dorthin geleitet, um sie gefahrlos zu ihrem Laichgewässer zu lotsen, bzw. die Jungtiere gefahrlos wieder den Norden erreichen zu lassen. Dadurch ist die Krötenpopulation lange Zeit stabil geblieben.

Mit dem Bau von Wohnen am Lohbach II wurde ein neuer Tunnel errichtet. Da die Leitungen an dieser Stelle relativ tief liegen, taucht der Tunnel zumindest über einige Monate im Jahr in den Grundwasserspiegel ein. Damit ist diese Transitstrecke nicht nur zwischen Mai und August unterbrochen, sie kann auch eine unterirdische Todesfalle für die Kröten sein, da die Kröten als Lungenatmer und die Jungkröten als noch dazu schlechte Schwimmer darin ertrinken.

Als einzig sinnvoller Weg, die Krötenpopulation und damit die Artenvielfalt in unserer Stadt zu erhalten, hat sich daher die Anlage eines Ersatzgewässers nördlich des Lohbaches im Westen des Naturspielparks erwiesen. Die Grünen haben im Jänner 2008 die Anlage dieses Teiches beantragt, der Gemeinderat hat dieses Anliegen wohlwollend dem Stadtsenat zugeleitet, der bis heute keine Entscheidung getroffen hat.

In Beantwortung einer Grünen Anfrage im Mai 08, teilte Vizebürgermeister Sprenger mit, dass ein Fachplaner beauftragt sei, die Umweltanwaltschaft die finanzielle Unterstützung zugesagt habe, jedoch noch ein naturschutzrechtliches Verfahren abgewartet werden müsse. StR Peer seinerseits betonte, dass ihm im Zuge der Sanierung der Aufschüttungen beim Harterhof die Lohbachgesamtkonzeption sprich – Revitalisierung ein großes Anliegen sei.
Nachfragen der Grünen haben ergeben, dass es seit Sommer 2008 ein fertiges Projekt samt Finanzierungsvorschlag für diesen dringend notwendigen Teich gibt, jedoch die Zustimmung des Grundstückseigentümers (der westliche Teil des Lohbachspielplatzes ist von der Stadt nur gepachtet) fehle.

Wenn die Baudirektion jetzt zum Schluss kommt, dass endlich Koordination all dieser Projekte angesagt sei (es kommt ja auch noch die schon lange vorliegende Radwegplanung dazu), dann ist das zwar reichlich spät, aber vielleicht doch endlich ein Signal dafür, dass die dringend anstehenden Projekte endlich realisiert werden können.

Denn vor allem der Amphibienteich sollte dringend noch heuer vor dem Frost gebaut und die entsprechenden Amphibienzäune errichtet werden, damit die Erdkröten im kommenden Frühjahr zu ihrem neuen Laichgewässer geleitet werden können (sie wandern normalerweise dorthin, wo sie geschlüpft sind). Denn mit jedem Jahr einer fehlenden Lösung schrumpft diese einzigartige Population.


Ich kann nur hoffen und fordern, dass das für heute einberufene Koordinationsgespräch nicht zu neuerlichen Verzögerungen führt, sondern den anstehenden Naturschutzprojekten im Westen der Stadt endlich einen Schub verleiht.

Mittwoch, 12. November 2008

PA Trauriges Schauspiel rund ums Bergiselmuseum

Museum für Grüne Ergebnis feudaler Verhältnisse in Tirol


"Bei der gestrigen Pressekonferenz nach der Regierungssitzung hat LH Platter tiefen Einblick in die wahren Verhältnisse in Tirol gewährt", so die GRÜNE Stadträtin Uschi Schwarzl. Er habe das Wort der Ministerin, dass es im Falle eines negativen Erstbescheids des Bundesdenkmalamtes in Sachen "Translozierung" des Riesenrundgemäldes dann in 2. Instanz einen positiven Bescheid gebe. "Postwendend wurde diese jegliches Behördenverfahren ad absurdum führende Aussage vom Ministerium dementiert", wundert sich Schwarzl über das traurige Schauspiel rund ums Bergiselmuseum, "Heute hat derselbe Landeshauptmann im Landtag seine gestrige Aussage zurückgenommen." Bundesministerin Schmied habe sich nur für eine "sachorientierte vernünftige Lösung" ausgesprochen.


"Da geht es längst nicht mehr um peinliches Verplappern und Zurückrudern, sondern um die Demaskierung dahinter liegender Haltungen", ärgert sich Schwarzl, "feudale Zustände feiern in diesem Land fröhliche Urständ und ziehen sich wie ein schwarzer Faden durch das Projekt Bergiselmuseum von Beginn an. Da wird permanent ÖVP-Interesse automatisch zum öffentlichen Interesse erklärt und der Wille der Landes-VP - ohne eigene Meinung mitgetragen von der SPÖ - zum Willen des Landes gemacht. Offenbar wird die Suche der Ministerin nach einer sachorientierten, vernünftigen Lösung mit dem ÖVP-Museumsbau und der Bildübersiedelung gleichgesetzt", analysiert die GRÜNE Politikerin.


"Dieser Selbstherrlichkeit, diesem Schaffen von vollendeten Tatsachen, dieser völligen Intransparenz bei der Erarbeitung des Museumskonzepts unter Ausschluss jeglicher Öffentlichkeit - selbst einer qualifizierten Öffentlichkeit - ist endlich Einhalt zu gebieten", weist Schwarzl auf die gestrige Podiumsdiskussion zum Panorama hin, bei der wohl über 250 TeilnehmerInnen dies ebenfalls deutlich zum Ausdruck gebracht haben.

Dienstag, 11. November 2008

So hättens es gern die Feudalherren

vor rund einer stunde habe ich auf TT-online die wiedergabe der dumpfbacken feudalen platteraussage zur "translozierung" des rundgemäldes in das unsägliche bergiselmuseum gelesen "Ich habe das Wort der Ministerin, die mir gesagt hat, im Fall eines negativen Bescheides wird es dann in der zweiten Instanz eine positive Entscheidung geben", sagte er am Dienstag nach der Regierungssitzung. Er finde es durchaus legitim, dass eine Ministerin in diesem Fall eine Entscheidung treffe. Immerhin habe es einander widersprechende Gutachten gegeben.

jetzt eine stunde später steht auf TT - online folgendes:
Laut Schmied keine Zusage
Es gebe keine Zusage aus dem Ministerium, wonach in zweiter Instanz eine positive Entscheidung für die Umsiedlung des Riesenrundgemäldes auf den Bergisel fallen werde, sagte Nikolaus Pelinka, Sprecher von Kulturministerin Claudia Schmied (S). Sollte das Land Tirol gegen den Bescheid desBundesdenkmalamtes berufen, folge eine reguläre Abwicklung mit "völlig offenemAusgang".

also peinlicher als dieser landeshauptmann des mittelmaßes kanns wohl nimmer gehen. das hätten sie sich so gedacht die herren der VPSP-feudalaristokratie in tirol. zuwas brauchts a behörde, wann mia den sindteian kas af unsam schicksalsberg unbedingt wolln

aber der widerstand formiert sich
uschi

Freitag, 7. November 2008

PA Arbeiten für Bergiselmuseum bereits ausgeschrieben

Schwarzl: "Frechheit darf nicht siegen"


Nicht schlecht gestaunt haben die Innsbrucker GRÜNEN, als ihnen gestern die Ausschreibung für die Bauarbeiten für das Bergiselmuseum in der Wiener Zeitung bekannt wurde (siehe unten).


"Die Unverfrorenheit, die dieses Prestigeprojekt von Altlandeshauptmann van Staa von Anfang an gekennzeichnet hat, wird also konsequent fortgesetzt", ärgert sich die Kultursprecherin der Innsbrucker GRÜNEN StRin Uschi Schwarzl. "Während HG Merz in seinem Konzept von Tirol als Geschichte einer Behauptung spricht, kann das geplante Bergiselmuseum mit Fug und Recht als Geschichte einer Zumutung bezeichnet werden", so Schwarzl. Am Beginn ein Architektenwettbewerb ohne jegliche inhaltliche Vorstellung, dann ein Konzept, das allein auf das transferierte Rundgemälde setzt, ohne einen positiven Bescheid des Bundesdenkmalamtes in der Tasche zu haben, und jetzt, rund eine Woche bevor der negative erstinstanzliche Bescheid zu erwarten ist, die Ausschreibung der konkreten Bauarbeiten.


Derartiges Verhalten geht weit über Ignoranz und Realitätsverweigerung hinaus, es ist gezieltes Beeinflussen behördlicher Entscheidungen. Noch-Bundesministerin Schmied soll durch vollendete Tatsachen wohl für ihre zweitinstanzliche Entscheidung auf Linie gebracht werden. "Derartige Ungeheuerlichkeiten sind sofort einzustellen und das Projekt zu überdenken", kündigt Schwarzl GRÜNEN Widerstand gegen diesen sündteuren kulturpolitischen Sündenfall bis zuletzt an.


Ausschreibung in der Wiener Zeitung:


2. AT - Innsbruck : Museum am Bergisel - Neubau ISOLIERARBEITEN
Verfahrensart: Bekanntmachung
Beschreibung: Neubau Museumsgebäude und Adaptierung des bestehenden Kaiserjägermuseum; Errichtung eines Rundwanderweges mit landschaftlicher Gestaltung und Einrichtung.
http://www.pep-online.at/auftrag/etender.aspx?action=SHOW&pid=9768002D-6117-4213-AA90-6514A944788C&ID=22f232b9-ae69-4970-b28d-386f49529d7d


3. AT - Innsbruck : Museum am Bergisel - Neubau ISOLIERARBEITEN
Verfahrensart: Bekanntmachung
Beschreibung: Neubau Museumsgebäude und Adaptierung des bestehenden Kaiserjägermuseum; Errichtung eines Rundwanderweges mit landschaftlicher Gestaltung und Einrichtung.
http://www.pep-online.at/auftrag/etender.aspx?action=SHOW&pid=9768002D-6117-4213-AA90-6514A944788C&ID=4c6801e4-cc14-45ca-a887-3ad703165d38


4. AT - Innsbruck : Museum am Bergisel - Neubau KONSTRUKTIVER STAHLBAU
Verfahrensart: Bekanntmachung
Beschreibung: Neubau Museumsgebäude und Adaptierung des bestehenden Kaiserjägermuseum; Errichtung eines Rundwanderweges mit landschaftlicher Gestaltung und Einrichtung.
http://www.pep-online.at/auftrag/etender.aspx?action=SHOW&pid=9768002D-6117-4213-AA90-6514A944788C&ID=599a1553-147c-4d8f-8f00-7a900d926550


5. AT - Innsbruck : Museum am Bergisel - Neubau FASSADENKONSTRUKTION
Verfahrensart: Bekanntmachung
Beschreibung: Neubau Museumsgebäude und Adaptierung des bestehenden Kaiserjägermuseum; Errichtung eines Rundwanderweges mit landschaftlicher Gestaltung und Einrichtung.
http://www.pep-online.at/auftrag/etender.aspx?action=SHOW&pid=9768002D-6117-4213-AA90-6514A944788C&ID=fee6d06b-2270-40c8-8142-853cad86bb91

 
Uschi Schwarzl - innsbruck.gruene.at